Chronik

Sepp Gregor
Sepp Gregor gründete 1949 in Essen die Klingende Brücke, eine internationale Vereinigung von Liedstudios, die sich das Erlernen von europäischen Volksliedern in den Originalsprachen zum Ziel gesetzt haben.

 

Sepp Gregor beherrschte schon als Kind neben deutschsprachigen auch tschechische, slowakische und ungarische Volkslieder. Als Gregor 1947 heil aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach Plön zurückgekehrt war, wuchs in ihm die Einsicht, dass die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges nur in wechselseitigem Verstehen und Vertrauen der Völker untereinander bewältigt werden kann. Hierzu wurden bei seinen monatlichen Treffen Lieder aller in Europa gesprochenen Sprachen in der jeweiligen Originalsprache erarbeitet. Von Anfang an war keine Sprache ausgeschlossen. Neben westeuropäischen und deutschen Liedern nahm Sepp Gregor auch osteuropäische Lieder in das Repertoire auf, wenn auch das politische Europa von damals zunehmend durch einen Eisernen Vorhang getrennt wurde. Auch nord- und südamerikanische Lieder in europäischen Sprachen – Gregor nannte sie damals „die Töchter Europas jenseits des Ozeans“ – befinden sich im Repertoire seiner Klingenden Brücke.
Mit dem Namen Klingende Brücke lehnte sich Sepp Gregor an Die Brücke, die Kultureinrichtung der britischen Besatzungsverwaltung.

 

An vielen Orten in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Österreich bildeten sich Kreise der Klingenden Brücke. Diese Liedstudios betreute Sepp Gregor bis zu seinem Tod im Jahr 1987 weitgehend selbst. Menschen aller Bildungsgrade, Berufe, Altersstufen und Nationalitäten nehmen bis heute an den Liedtreffen der Klingenden Brücke teil, um das Liederbuch Europas mit Leben zu füllen.

 

Ferdinand Schormann

Ferdinand Schormann (1941 –2011) war bis 2011 der 1. Vorsitzende unseres Förderkreises und Hauptinitiator des Wiedererstehens und Aufstieges des Liedstudios Berlin zum inzwischen größten aller 21 Liedstudios.
Seit 2002 konnten dank seiner Initiative „Himmelfahrtsseminare durchgeführt werden.
2004 konnte er den Musiker Florian Krämer für die feste Leitung des Liedstudios Berlin gewinnen.
Die Erklärungen auf der Rückseite der Berliner Liederatlanten stammen von Ferdinand Schormann.